METATARSALGIEN
Schmerz / Schmerzen der Mittelfüße, in den Mittelfüßen

Gut zu wissen ........

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  2. die Patienten dürfen sich ihre REHA-Klink auch selbst aussuchen (natürlich nur zugelassene Einrichtungen)

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Der Begriff

"Metatarsus" bedeutet Mi ttelfuß und "algien" bedeutet "Schmerz haftigkeiten". Es handelt sich also um Schmerzen in den Mittelfüßen.

Anatomie (= Lehre vom Aufbau des Körpers)

Der Metatarsus befindet sich zwischen Fußwu rzel (Tarsus) und Zehen und wird aus 5 Ossa (= Knochen) metatarsalia (I-V) gebildet, die aus einer breiten, proximalen (= näher zur Körpermitte hin) Basis, Corpus (= Körper) und distalem (= weiter entfernt von der Körpermitte) Caput (= Kopf, Haupt) bestehen.

Mögliche Ursachen von Metatarsalgien

Die mit Abstand häufigste Ursache für Metatarsalgien ist die Mor ton Neuralgie, auch als Mor ton- Meta tarsalgie bezeichnet.

Bei dieser Schmerzkrankheit liegt ein Kompressionssyndrom, genauer gesagt, ein Nervenkompressionssyndrom (= ein Krankheitszeichen, das durch mechanischen Druck entsteht) der Plantarnerven (Nn. plantaris medialis et lateralis  bzw. N. digitales) (= Nerven im Bereich der vorderen Fußsohle, End äste des N. tibialis) vor, bevorzugt zwischen den Zehen III und IV, aber auch zwischen II und III. Dabei entstehen Neurome (= schmerz hafte, spindelförmigen Auftreibung der beteiligten Nerven). Die Histologie (= Feingewebsuntersuchung) zeigt eine Fibrosierung (= krankhafte Bindegewebsvermehrung) bei chronischer Ischämie (= Minderdurchblutung infolge einer Durchblutungsstörung)
Es liegt also eine durch mechanischen Druck verursachte Nervenreizung vor, hpts. bei Sen
k-/Sp reiz fuß.
 

Therapie bei Metatarsalgien: 
Zunächst wird der Orthopäde bei Sen k-/Sp reizfuß geeignete Schuheinlagen verordnen. 

Medikamentöse Schmerzbehandlung (alle Formen von Metatarsalgien)
Bei anfallsartigem Beschwerdecharakter im Sinne einer echten Neuralg
ie ist die Verordnung eines Antikonvulsivums (= ein Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei anfallsartigen Schmerzen wirksam) angezeigt. Das Mittel der Wahl ist Carbamazepin (z.B. Tegretal®), öfters sind Gabapentin (z.B. Neurontin®) oder Pregabalin (Lyrica®) besser wirksam, aber auch deutlich teurer. Die Kombination mit Baclofen (z.B. Lioresal®) hilft Carbamazepin oder Gabapentin bzw. Pregabalin einzusparen.
Ansonsten können sog. nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs; möglichst lang wirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®) versucht werden, zusätzlich Keltican®
(= ein Mittel, das Nervenschäden z.T. wieder regenerieren kann). Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die  sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.

Spezielle Schmerztherapie bei Metatarsalgien:
Leider erweist sich die Mor
ton- Me tatarsalgie trotz dieser Maßnahmen bisweilen als sehr hartnäckig. In diesen Fällen ist die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von wiederholten Nervenblockade n des Nervus tibialis (zwischen Innenknöchel und Achillessehne) mit jeweils 2-3 ml z.B. Bupivacain 0,25-0,5% hilfreich. 
Bei weiter bestehenden Schmerzen kommt bei der Mor
ton- Me tatarsalgie (gilt auch für andere Metatarsalgien) als nächst höhere Therapiestufe die kontinuierliche Blockade des Ischiasnervs (= dieser Nerv versorgt auch die Mittelfüße) mit Katheter mit gutem Erfolg zum Einsatz. 
Bei dieser Betäubungsmethode wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) an der Rückseite des Oberschenkel
s, knapp unterhalb des Gesäß es, dicht an den Ischias nerv eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen zur Verbesserung der Fußstatik (Stabilisierung des Längs- und Quergewölbes) möglich bleiben. 
Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Im Falle der Mor
ton- Me tatarsalgie ist diese Behandlungsmethode kausal (= gegen die Ursache gerichtet), da die Nervenstörung ja infolge einer verminderten Durchblutung entstanden ist und eine verbesserte Durchblutung auch den Nervenzellstoffwechsel optimiert. Demnach ist diese Therapieform auch beim Morbus Köhler kausal.

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Aktualisiert: >07.04.2007</> kusB
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